Alltag auf der Allee

Alltag auf der AlleeAlltag auf der Allee

Wie lebte es sich auf der Stalinallee?

Dieser Frage kann im zweiten Teil des Ausstellungsrundganges nachgegangen werden. Was war das Besondere an den Stalinallee- Briefkästen? Warum beeindruckte die Qualität der Wohnungen? Eine originale Verkaufsvitrine aus der Allee birgt kleine Kostbarkeiten wie z.B. einen Kalender von 1962, der nie in den Handel kam: Kurz nach dem Druck wurde die auf dem Deckblatt dargestellte Stalinallee in Karl-Marx-Allee umbenannt. Sehenswert ist ein Holzmodell der Allee aus den Jahren 1956/57, das im Umfeld des Architekten Hermann Henselmann als Gastgeschenk Verwendung fand. Aufbaukarten, Medaillen, Urkunden, Briefmarken und Stalinallee-Streichholzschachteln gehören ebenso zu den Exponaten wie die erste Speisekarte der legendären Milchbar auf der Allee. Der Brief einer Buchhändlerin erzählt von der Eröffnung der Karl-Marx-Buchhandlung. Mit Hilfe einer alten Registrierkasse des berühmten Traditionsgeschäftes lässt sich die Geschichte der DDR-Währung rekonstruieren. Weiter zu sehen sind ein Nierentisch, eine Fernsehtruhe, ein Elektroherd und der Bodenstaubsauger "Steppke".

Das "Nationale Aufbauprogramm Berlin 1952" wurde von einer beispiellosen Medienkampagne begleitet. In Wort, Bild und Ton wurden die Ostberliner zur Teilnahme am Aufbau geworben. Vier der aufwendig gestalteten Plakate können im Ausstellungsraum begutachtet werden.

Daneben steht die Kopie einer Trümmerfrau, die im Original immer noch auf dem Zwischenstück Block G-Nord zu sehen ist. Für den ersten Fünfjahrplan der DDR, dessen wichtigstes städtebauliches Projekt die Stalinallee war, wurde ein Emblem entworfen, das durchaus als Vorläufer für das spätere DDR-Staatswappen gelten kann. Schon hier sind alle Symbole des Wappens (Hammer, Zirkel, Ährenkranz) vertreten. Das in der Ausstellung zu sehende Exemplar wurde im Keller eines Blockes der Stalinallee gefunden. Den Abschluss bilden eine Auswahl an "alten" Schmuckelementen (Meissner Keramik) und in den 90er Jahren neu angebrachten Schmuckelementen der Fa. Korzilius & Söhne aus Mogendorf.