Baustelle Stalinallee

Baustelle Stalinallee

Nach der Entscheidung über die städtebauliche Gestaltung wurde der 2,3 km lange Straßenzug in einzelne Teilabschnitte gegliedert. Am 3. Februar 1952, auf den Tag sieben Jahre nach dem schwersten Luftangriff auf Berlin, legte DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl dort, wo auf dem Fundament des einstigen Tietz-Warenhauses der Block E-Süd entstehen sollte, den Grundstein für den Bau der Stalinallee.

In seiner Rede betonte er mit Blick auf das ganze Deutschland: "Berlin muss auch in seinem Wiederaufbauwerk das Symbol der Einheit werden. Berlin ist und wird die Hauptstadt des geeinten Deutschland sein." Den feierlichen Akt der Grundsteinlegung beendete Otto Grotewohl mit drei Hammerschlägen, deren erster der "Freundschaft des friedliebenden Deutschen Volkes mit den Völkern der Sowjetunion" galt, der zweite dem "Aufbau der Hauptstadt Deutschlands" und der dritte der "Einheit Deutschlands in Freiheit und Frieden".

Die Stalinallee war Anfang der 50er Jahre die größte Baustelle der DDR. Tausende Bauleute aus der ganzen Republik arbeiteten unter ungeheuerem Zeitdruck. Oft begannen die Ausschachtungsarbeiten noch bevor die Bauzeichnungen aus den Büros der Architekten kamen.

Die Stalinallee ist aber auch das Ergebnis millionenfacher Aufbaustunden Freiwilliger. Im Rahmen des im November 1951 von der SED-Führung verkündeten "Nationalen Aufbauprogramms Berlin" nahmen viele tausende Menschen am Aufbau der Stalinallee teil – zusätzlich zu ihrer eigenen Arbeit. Da die Mittel für den großzügigen Aufbau bei weitem die Möglichkeiten des Staatsplanes überstiegen, versuchte die Regierung mit der Aufbaulotterie Finanzlöcher zu stopfen. Das gelang aber nur zum Teil. Wer hundert Halbschichten leistete, erhielt ein Los derAufbaulotterie. Bereits am 07. Januar 1953 konnten die ersten 70 Mieter in ihre Wohnungen einziehen.