Das Hochhaus an der Weberwiese

Das Hochhaus an der Weberwiese

»Der Weiße Schwan, der aufsteigt aus den Trümmern Berlins« – mit diesen Worten beschrieb Hermann Henselmann sein Hochhaus an der Weberwiese.

Für den Kiez, wo noch vor kurzem die Wohnzelle Friedrichshain konzipiert war, entwarf Henselmann ein Ensemble mit einem neungeschossigen Wohnhochhaus mit angrenzender fünfgeschossiger Bebauung, eingebettet in einer parkähnlichen Platzsituation.

Insbesondere die Architektur, die an die Traditionen klassizistischer Baukunst eines Friedrich Schinkel anknüpfte, fand nach heftigen Auseinandersetzungen die Zustimmung der SED-Parteiführung. Dass Henselmann keine bloße Kopie traditioneller Architektur anbot, sondern variationsreich historische Bauformen interpretierte, macht dieses Bauensemble zu einem Meilenstein der frühen DDR Architektur.

Über dem Eingang des Hochhauses sind die Worte von Bertolt Brecht zu lesen:

»Friede in unserem Lande,
Friede in unserer Stadt,
Dass sie den gut behause,
der sie gebauet hat!«

Das Hochhaus an der Weberwiese markierte den Durchbruch zu einer an der nationalen Tradition orientierten Baukunst und wurde zum Initial für die Gestaltung der Stalinallee und Symbol einer Bauentwicklung in der DDR.